Schützen Sie sich vor schädlichen Chemikalien in Alltagsgegenständen

Ob in Körpercremes, Konservendosen oder auch Luftmatratzen, schädliche Chemikalien befinden sich in vielen Alltagsgegenständen. Sie wirken wie Hormone auf den Körper und treten mal als Weichmacher in der Luftmatratze, als Parabene in der Körpercreme oder auch als Bisphenol A in der Innenbeschichtung einer Dose auf.

Was die schädlichen Chemikalien mit uns machen können

Die Chemikalien greifen aufgrund ihrer Struktur in unser Hormonsystem sein und damit auch in den Stoffwechsel, der den gesamten Körper steuert. Hierbei lässt sich klar eine Verbindung zwischen den Chemikalien und Beschwerden wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien, Störungen der Gehirnentwicklung und Verhaltensauffälligkeiten identifizieren.

Da sowohl die körperliche als auch geistige Entwicklung über das Hormonsystem gesteuert wird, können die schädlichen Chemikalien vor allem für Kinder sehr gefährlich sein. So führen sie dann in sensiblen Wachstumsphasen wie der vorgeburtlichen Entwicklung oder auch der Pubertät bei ihnen zu massiven Schäden. Das Problem liegt vor allem darin, dass diese hormonellen Schadstoffe die natürlichen Sexualhormone imitieren und oftmals auch blockieren. Dadurch kann es auch zu Problemen wie dem „Verweiblichen“ oder „Vermännlichen“ kommen.

Außerdem lassen sich klare Verbindungen zu der verfrühten Pubertät bei Mädchen und einem erhöhten Brustkrebsrisiko bei Frauen finden. Aber auch bei Jungen und Männern finden sich Zusammenhänge, die unter anderem in einer geringeren Anzahl und Qualität der Spermien, Missbildungen der Geschlechtsorgane sowie Hodenkrebs zutage treten können.

Diese Umstände werden leider durch die Tatsache verstärkt, dass geringere Mengen dieser Chemikalien noch schädlicher wirken können, als sie es in höherer Konzentration tun. In der Praxis führt dies dazu, dass auch schädliche Mengen oftmals über übliche Testsysteme nicht erkannt werden. Außerdem weisen sie teilweise Cocktaileffekte auf, was bedeuten kann, dass sie in Kombination mit anderen Stoffen eine noch stärkere Wirkung entfalten.

Was können Sie tun?

Leider ist es nicht immer ganz so leicht, sich als VerbraucherIn vor schädlichen Chemikalien zu schützen. Problematische Produkte sind nicht klar gekennzeichnet, finden sich mittlerweile fast überall und immer wieder kommen noch weitere hinzu. Folgende Schritte zeigen Ihnen, wie Sie es dennoch schaffen, sich vor einem Großteil der Chemikalien zu schützen:

  1. Trinken Sie lieber aus der Leitung oder aus Glasflaschen und greifen nicht zu Plastikflaschen! Diese enthalten teilweise bis zu 4000 unterschiedliche Chemikalien, darunter Antimon und Bisphenol A. Zudem kann auch Acetaldehyd durch Sonneneinstrahlung auf die Flasche in das Wasser abgegeben werden. Zwar soll dieser unbedenklich sein, ist aber wie viele der Substanzen in Plastikflaschen bislang unbekannt oder toxikologisch unzureichend untersucht. Erschwerend kommt hier zusätzlich die Aufnahme von Mikroplastik hinzu.

  2. Bewahren Sie Lebensmittel lieber in Behältnissen aus rostfreiem Stahl oder Glas auf, anstatt in Plastikbehältern! Die hier enthaltenen Weichmacher wie Bisphenol A oder Diethylhexylphthalat, sorgen dafür, dass Kunststoff flexibel und weich bleibt. Leider gelangen diese aber auch aus der Verpackung über die Lebensmittel in unseren Organismus und richten Schaden an.

  3. Meiden Sie am besten Lebensmittel, die in Plastik oder Konserven verpackt sind! Auch hier sind es die enthaltenen Weichmacher wie Bisphenol A oder Diethylhexylphthalat, die sich in der Beschichtung von Lebensmittelkonserven befinden und beispielsweise beim Trinken von uns aufgenommen werden können.

  4. Meiden Sie Holzmöbel aus Pressspan und kaufen lieber Möbel aus massivem Holz oder Metall! Bei Holzmöbeln aus Pressspan wird zum Verleimen ein Klebstoff verwendet, der sehr oft Formaldehyd enthält. Der Schadstoff gelangt über die Raumluft in die Umgebung und dann über unsere Lunge in den Organismus.

  5. Greifen Sie lieber zu Hygieneprodukten und Naturkosmetika, die kein Parfum enthalten! Parfümstoffe sollen eigentlich für einen wohltuenden Duft sorgen, bergen stattdessen aber ein hohes Allergiepotenzial in sich. Parfum in Hygieneprodukten und Naturkosmetika ist nach Nickel der zweithäufigste Grund für eine Kontaktallergie. Hierbei ist es ganz egal, ob es synthetische oder natürliche Parfümstoffe sind.

  6. Setzten Sie auf natürliche Produkte! Hygieneprodukte wie Binden oder Tampons enthalten oftmals eine Vielzahl an Chemikalien wie Dioxin, Formaldehyd, Phthalate und Glyphosat. Erschwerend kommt hier der andauernde Körperkontakt hinzu, wodurch leicht eine hohe Konzentration der Gifte aufgenommen werden kann. Greifen Sie hier lieber zu natürlichen Produkten wie Binden aus Wolle, Periodenhosen oder Menstruationstassen. Hygieneprodukte wie Rasierwasser, Bodylotions und Zahnpasten enthalten oftmals ebenso einen hochwirksamen chemischen Cocktail mit höchst unerwünschten und teilweise giftigen Zutaten. Hier bietet es sich an, auf naturkosmetische Produkte umzusteigen, die eine solche Belastung nicht aufweisen.

  7. Meiden Sie billiges Spielzeug aus dunklem Plastik sowie Spielzeug aus weichem Kunststoff! Die gerade in diesem Plastik enthaltenden Schwermetalle, Weichmacher und Formaldehyde potenzieren sich oftmals und machen krank. Außerdem sollten Sie unbedingt Spielzeug bevorzugen, das ein GS-Zeichen („geprüfte Sicherheit“) aufweist, das keine Duftstoffe enthält, keinen unangenehmen oder auffälligen Geruch aufweist, nicht bedruckt oder lackiert ist und dessen Materialien beim reiben nicht abfärben.

  8. Nutzen Sie lieber Reinigungsmittel auf natürlicher Basis! Herkömmliche Reinigungsmittel enthalten zahlreiche Substanzen wie Parfümöle, Chlor, Biozide, Lösemittel, Farbstoffe, Bleichmittel, Aluminium, Alkohole, Laugen und Säuren. Nutzen Sie besser natürliches Reinigungsmittel wie Natron, Zitrone oder Essig.